„Yalla“ ist ein Ausdruck, der aus dem Arabischen in die deutsche Jugendsprache übernommen wurde und der in etwa bedeutet: Los, auf geht’s, zack zack. (In München würden wir wohl sagen: Pack ma’s!) Das Wort steht zwar noch nicht im Duden, aber es belegte bei der Wahl zum „Jugendwort des Jahres 2012“ immerhin den dritten Platz. 

In Hamburg ist Yalla nicht nur ein Wort, sondern auch ein medienpädagogisches Projekt, eine Social Media-Kampagne und ein lebensweltbezogenes Serviceangebot. Yalla – Rein in die Stadt! lautet der vollständige Titel dieses Medienprojekts, bei dem junge Geflüchtete zu mobilen Reportern werden und ihre Tipps und Hot-Spots online präsentieren. Die Jugendlichen greifen empfehlenswerte Angebote, Orte und Veranstaltungen auf und produzieren dazu Smartphone-Clips und Web-Beiträge, um andere junge Migrant*innen mit relevanten Informationen zu versorgen. 

Yalla ist ein Projekt des Medienzentrums St. Pauli im Kölibri. Der Journalist Mohammed Ghunaim sorgt mit Redaktionstreffen und Schulklassen-Workshops regelmäßig für neue Inhalte, die dann auf der Yalla-Website sowie bei YouTube, Instagram und Facebook veröffentlicht werden. Zusätzliche Offline-Angebote wie der Yalla-Caravan, die Yalla-Partys und eine multimediale City Challenge beleben das aktive und abwechslungsreiche Projekt. Zudem versteht sich Yalla als eine „Jugendgruppe, die sich sozial engagiert, sich gegenseitig empowert“ und die neuen Interessierten stets offen steht. 

In der Jury waren wir begeistert vom multikulturellen Ansatz, mit dem sich die Teilnehmenden ihre neue Heimat erschlossen. Das Konzept der Sozialraumaneignung wird hier herausragend umgesetzt, denn die Jugendlichen erobern nicht nur die Stadt, sondern auch das Social Web. Die so entstehenden Ergebnisse sind kreativ und ansprechend aufbereitet, sie sind unangestrengt und unterhaltsam produziert und transportieren eine erfrischende Leichtigkeit. Die jungen Geflüchteten, die sich hier einbringen, erfahren ihre Selbstwirksamkeit und übertragen zeitgemäße popkulturelle Muster in die Medienproduktionen. So ist Yalla nicht nur ein gelungenes Peer2Peer-Projekt, sondern auch ein praktisches Online-Serviceangebot, das konkrete Hilfestellungen liefert und dadurch das Potenzial von medienpädagogischen Projekten aufzeigt. 

Das Projekt wurde in vielerlei Hinsicht als gelungen und vorbildlich bewertet. Ich gratuliere dem Team ganz herzlich, freue mich auf neue Postings, wünsche weiterhin gutes Gelingen und sage: Yalla, weiter so! 

Yalla – Rein in die Stadt hat der Preis an der (Kategorie C – Interkulturelle und internationale Projekte) gewonnen.

Herzliche Glückwunsch
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