Am 14. November 2019 haben wir ganz groß gefeiert! In den Räumen der Patriotischen Gesellschaft wurde uns dieser wichtige Preis verliehen. Es war extrem aufregend… und wir sind sehr stolz auf unsere Initiative und was wir alles zusammen geschafft haben! Danke an alle Beteiligten! Und an die Band REFUGATO, die uns musikalisch unterstützt hat!

Und das war die Begründung der Jury:

Die Jury war bei dem Projekt „Yalla – Rein in die Stadt!“ insbesondere davon beeindruckt, dass die Möglichkeit einer eigenständigen Aneignung der Stadt durch Geflüchtete – und nicht nur Geflüchtete – absolut im Vordergrund des Handelns steht, dass unter Verzicht auf Paternalismus und Bevormundung den Interessen und der Betätigung junger Menschen Vorrang eingeräumt wird. Nur so, davon ist die Jury überzeugt, kann die Gruppe der Mitwirkenden, kann ihr Selbstbewusstsein entwickelt und gestärkt werden.

„Yalla – Rein in die Stadt!“ ist ein typisches Projekt, wie es im Umfeld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit entstehen kann: offen in seiner Entwicklung, offen für viele junge Menschen und offen für eigene Ideen, Bedürfnisse und Lerninhalte.

„Yalla – Rein in die Stadt!“ denkt den Sozialraum stadträumlich und wirkt der Gefahr entgegen, eine Quartiersidentität in Abgrenzung und schlimmstenfalls in Abwertung anderer Quartiere zu entwickeln oder einen innerstädtischen Provinzialismus entstehen zu lassen. Diese Offenheit drückt sich inhaltlich und auch geografisch aus, denn „Yalla“ ist zwar ein Projekt der GWA St. Pauli e.V., das Projekt arbeitet und wirkt jedoch auch über die Grenzen des Stadtteils St. Pauli hinaus.

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Musikbeitrag Refugato

Es gibt drei Schwerpunkte bzw. Betätigungsfelder von „Yalla“: Zum einen werden von Geflüchteten für Geflüchtete kleine Filme produziert, wo ihnen kostengünstige oder bestenfalls kostenfreie Angebote im Stadtgebiet zur Verfügung stehen. Diese Filme werden in den gängigen Sozialen Medien verbreitet. Nach Überzeugung der Jury ist nicht entscheidend, wie oft die produzierten Filme geklickt werden. Sie sind vielmehr zuallererst ein Medium, mit dem sich die Gruppe der Produzierenden selbst vergewissert, sich die Stadt aneignet und sich selbst als produktive Subjekte erlebt.

Zum zweiten entwickelt das Projektteam neue kreative Ideen und offene Formate, um neue Zielgruppen zu erschließen. Besonders beeindruckt hat die Jury, dass beispielsweise Angebote für junge Mütter mit Fluchthintergrund erprobt wurden. Das Risiko des Scheiterns bzw. dass es hinterher ganz anders kommt, als man sich das gedacht hat, nimmt das Projekt bewusst in Kauf.

Das dritte Handlungsfeld bezieht sich insbesondere auf die Einbindung jüngerer Menschen, die sich in das Projekt einbringen, aber auch Unterstützung abrufen können.

„Yalla“ ist ein junges Projekt, es ist seit Ende 2016 entwickelt worden. Zugleich hat es in dieser Zeit so viel Profil entwickelt und strahlt eine solche Lebensfreude aus, dass es sehr gut auch von anderen Initiativen aufgegriffen werden kann; in einem Prozess der tätigen Aneignung – das ist dem Projekt „Yalla – Rein in die Stadt!“ zu wünschen -, der von kreativen Köpfen in St. Pauli ausgeht und an vielen Orten in der Stadt weiterwirkt.

Senatorin Dr. Melanie Leonhard
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